GPDS (Global Product Development System) wurde basierend auf 2 AIAG-Standards, und zwar PPAP (Production Part Approval Process) und APQP (Advanced Product Quality Planning), entwickelt. Die daraus resultierende GPDS umfasst 31 Elemente, die alles abdecken, vom Qualität Prozess, Change-Management-Prozesse bis zur Revisionssteuerung.

Der Hauptzweck von GPDS ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte der Ford Motor Company zu verbessern, durch Maximierung von Gemeinsamkeiten und Ressourcen und somit der Reduzierung der Entwicklungszeit, Kosten und Investitionen.

Dieses System wurde für alle Gateways-/Meilensteine, alle Liefer- und Arbeitsströme, sowie für alle internen und externen Abteilungen und Lieferanten definiert.

Die Vorlage für den VPP (Vehicle Program Plan) Zeitplan bestimmt das komplette Timing von Grund auf bis zur Fahrzeugeinführung (job1). Jedes Fahrzeugprogramm ist in 3 große Kategorien definiert.

  1. Tophat – alle einzigartigen und Aufbauteile
    a. mit einer Lebenszyklusdauer von 6-7 Jahren
  2. Plattform – alle gemeinsamen und Plattform Teile
    a. mit einen Lebenszyklus von 10 – 12 Jahren als Basis für die kommenden Zukunft Chassis Programme.
  3. Powertrain (PT) – Motor und Getriebe

Mit einer Skalierung von 0 (keine Änderungen gegenüber dem aktuellen Modell) – 6 (komplette Neu-/große Änderungen zum aktuellen Modell). Zum Beispiel: 6-6-6 bedeutet, dass alles komplett neu ist.

Alle Fahrzeuge sind in Gruppen, wie B-/C-/CD-Auto eingeteilt. B-Fahrzeuge, wie Fiesta oder Eco Sport, C-Fahrzeuge, wie Focus, Kuga, C-Max und CD, wie Mondeo/Fusion, Galaxy …

In Jahr 2000 hatte Ford die Herausforderung, eine Plattform für Mittelklassefahrzeuge (C-Car) zu entwickeln, die den Anforderungen von Ford, Volvo und Mazda entsprechen. Nach

dem Verkauf von JLR, Volvo und Mazda Aktien im Jahr 2010 wurde die nächste C-Car-Plattform mit neuen Herausforderungen entwickelt, um mit Hybridfahrzeugen zu integrieren.

Mit der Ernennung von Jim Hackett zum Präsidenten und CEO der Ford Motor Company in 2017, begann eine neue Ära. Die zukünftigen Fahrzeugprogramme wurden neu definiert und es wurde sich auf SUV-Fahrzeuge konzentriert. Weltweit wurden Organisationen umstrukturiert und eine neue Elektrofahrzeug (EV) Organisationen wurden gegründet.

Die Transformation hat gerade erst begonnen. Mit der Fokussierung auf die Ford-Plattform Strategie sehe noch nicht den Grundlage eine einzigartige „Globale“ EV Plattform zu schaffen. Eine konventionelle/Verbrennungsmotor basierte Plattform wird immer ein Kompromiss sein und ist nicht wettbewerbsfähig. Die Anforderungen sind zu verschieden. Eine konventionelle Plattform erfordert spezifische Anforderungen, wie hohe Bodenfreiheit für die Abgasanlage, den Kraftstofftank und die Form für die Crash-Performance.

Eine Plattform für Elektrofahrzeuge (EV) benötigt flache Oberflächen für „große“ Batterien, um die Reichweite zu erhöhen und um einen schnellen Batteriewechsel zu ermöglichen. VW hat erst kürzlich die Entwicklung einer einzigartigen elektrische MEB Plattform angekündigt.

Das aktuelle GPDS und VPP-System erfordert eine wesentliche Änderung für EV-Plattformen und die Interaktion zwischen allen betroffenen Organisationen.

Unabhängig von anderen ebenso wichtigen Trends, wie autonomes Fahren und Mobilität, endet die Ära der Verbrennungsmotoren. Mittelfristig wird nur der OEM mit intelligenter und wettbewerbsfähiger Ausführung am Markt erfolgreich sein und überleben.

Dies ist ein Gastbeitrag von Mohammed Assef, Geschäftsführer von MA-Solutions, Interim Management & Consulting